AGON-Serie - Ein Interview

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Courajen (21):
Hi, Ich bin Wissam auch bekannt als Courajen. Es sind bereits einige Monate vergangen seit dem ich auf den Smash Labs Discord Server mein Unwesen trieb und mit der Zeit wurde man immer neugieriger. Nachdem ich so einiges über Smash Labs in Erfahrung bringen konnte, wollte ich auch wissen wie es in der Zukunft weiter geht. Um genauer zu sein, die Zukunft der Offline-Turniere, der Agon-Series.

Gestern hatte ich mich mit Kunai Online zusammengesetzt, um genau über diese Thematik zu sprechen. Also Kunai, stell dich doch bitte einmal kurz vor.


Kunai Kazekun (31):
Hallo mein Name ist Davide Boccarossa alias Kunai Kazekun. Ich gehöre wohl mit meinen 31 Jahren zu einer der Urgesteine der Smash Szene und bin seit Smash Bros Brawl kompetitive dabei. Seit ungefähr 10 Jahren bin ich in der Szene tätig und habe dort eigene Projekte gemanaged, wie z. B. das Forum SmashLabs oder habe bei Turnieren ausgeholfen. Davor habe ich auch schon den N64 Teil und den bekannten Smash Bros Melee Teil sehr gesuchtet und wollte mich mit dem nächsten Ableger Super Smash Bros Brawl mit anderen messen, da die Serie zum ersten Mal einen Online Modus hatte. So bin ich dann mit der Szene in Kontakt gekommen. Ich habe, seitdem ich Smash Bros kompetitiv gespielt habe, versucht der Szene zu helfen und das mach ich heute noch in Form von Content (Interviews etc.) oder aber eigenen Turnieren, wie Join Smash oder der AGON-Serie.

Courajen:
Vielen dank, dich erwarten erstmal 2 lockere Fragen, dann etwas zur Backstory von AGON und anschließend die Hauptfragen.

Kunai Kazekun:
Gerne, hau raus.


Courajen: Wie kamst du auf den Namen AGON und was bedeutet dieser?


Kunai Kazekun: Die AGON ist meine eigenen Serie die ich vor (7) Jahren aufgebaut habe. Damals hatte ich jemanden immer bei seinen Turnieren ausgeholfen und irgendwann später die Location übernommen. Ich dachte nach den unzähligen Jahren wäre es mal sinnvoll, etwas Eigenes aufzubauen. Ich stand dann vor der Frage, wie ich diese Serie nennen sollte und hatte mich mit Markenmanagement beschäftigt. Der Name sollte kurz und prägnant sein und nicht mehr als 2-3 Silben beinhalten. Das waren meine Limitierungen. Ich wollte auch in der Nähe des Wortes kompetitiv bleiben. Ich hatte mich dann durch diverse Sprachen durchgeblättert und bin quasi beim altgriechischen Wort agon hängen geblieben.
Die Bedeutung des Wortes hatte für mich alles vereint, was wichtig ist:


- sportlicher/geistiger Wettkampf

- Versammlung (vor der Änderung)


Das war in meinen Augen der perfekte Name für eine solche Veranstaltung. Keine Turnierserie hatte zu diesem Zeitpunkt auch diesen Namen verwendet und so ist dann letztendes die AGON-Serie geboren worden, die es seit zirka 7 Jahren in Neuss gibt.


Courajen:Ein wohl bedachter Name, aber auch die Farbwahl ist wichtig. Du hast dich für gelb/orange entschieden, magst du uns verraten wieso?


Kunai Kazekun: AGON hatte am Anfang nie eine feste Farbe. Mal grün mal rot, je nachdem wie der Zusatzname hieß. Um ein Beispiel zu nennen AGON Frühling hatte zum Beispiel ein grünes Logo. Früher waren Turniere noch recht unprofessionell und man hatte nicht auf so viele Dinge zu achten. Da der Wunsch geäußert wurde, professioneller zu werden, hatte ich mir Gedanke darüber gemacht, wie wir das am Besten anstellen. Ich wollte eine Farbe haben, die zur unserer Turnierserie passt und habe mich mit dem Thema Farblehre auseinander gesetzt. Basierend auf der Bedeutung der einzelnen Farbe haben wir uns dann auf gelb/orange entschieden.

Wir waren uns einig, dass die Farbe ganz gut sowohl in ihrer Bedeutung, als auch ihrem Ausdruck zu uns passt. Ja und so ist es dann gekommen.


Courajen: Zum Thema "Früher waren Turniere noch recht unprofessionell", ca. 2012 fand das erste AGON statt, mit welchen mitteln wurde es Organisiert und welches Smash wurde gezockt?


Kunai Kazekun: Zu Super Smash Bros Brawl war die Bewerbung des Events anders. Damals musste man seine Events in Foren bewerben, Social Media war nicht so genutzt wie heute. Da die Community aber recht groß ist in Deutschland, war es nicht so schwer seine Events voll zu bekommen, solange es attraktiv genug war. Damals ist die Community auch wesentlich reisefreundlicher gewesen, sodass man auch Leute aus z. B. Berlin begrüßen durfte. Die Anmeldung selbst wurde händisch über Excel Sheets abgearbeitet und man hatte selbst ein Anmeldeformular erstellt, welches eine E-Mail an den Turnierorganisator schickt.

Das Turnier selbst lief über "Tio Tournament Organizer", welches von einem Spieler aus der Internationale Smash Szene erstellt wurde, um Turniere einfacher zu organisieren. Über die Software erstellt man dann das Seeding (Bewertung der Spielerstärke), sowie das Bracket für die Runden. Ansonsten lief das alles über ein Laptop und nicht wie heute über Smash.gg einer Website. Ein Absturz im Programm hatte dazu geführt, dass man das Bracket neu erstellen musste, was mir in den ganzen Jahren einmal recht früh passiert ist und noch rekonstruierbar war. Damals hatte man auch noch kein Stream, da alles noch recht "Community intern" lief.

Anschließend hatte man dann Ergebnisthemen in Foren erstellt und die generierten Bilder der Software hochgeladen.


Ich kann nur sagen, dass ich froh bin, dass diese Zeiten vorbei sind und das es jetzt einen Ort gibt, wo alle Turniere gesammelt werden. Dies vereinfachte das Seeding, da alle Ergebnisse übersichtlich und schnell abrufbar sind, sowie die Zeiten unzähliger Threads zu erstellen und dort die ganzen Infos rein zu posten und deren Updates.

Im Großen und Ganzen ist die Durchführung einfacher geworden, die Organisation bleibt aber immer noch das Schwierigste.


Courajen:
Ein Weltenunterschied zu unserer heutigen Zeit, den du schön nahegelegt hast. Letztes Jahr sprachst du mit Selebu darüber die Offline Events eSports treuer zu gestalten, durch strengere kompetitive Regeln und härteren Sanktionen, wie hat sich das auf die bisherigen Events ausgewirkt?


Kunai Kazekun: Gar nicht, man muss ehrlich mit sich sein und einsehen, dass dies nur möglich ist, wenn jeder Turnierorganisator da mitspielt. Eine Sanktion auf einem Event tut halt kaum weh, weil er diverse andere Events hat, die er besuchen kann. Ich denke wir haben noch eine langen Weg vor uns, um sowas umsetzen zu können. Aktuell arbeiten wir schon an ähnliches Strukturen und versuchen mit allen Turnierorganisatoren zusammen zu arbeiten. Dabei liegt der Fokus, dass wir erstmal etwas gemeinsames hinbekommen uns gegenseitig, akzeptieren und unterstützen. Dies läuft schon einige Wochen mit sehr gutem Erfolg. Ich bin selbst gespannt, wo das hinführen wird und ob wir es dieses Mal schaffen werden alle an einem Strang zu ziehen.


Courajen: Das Letzte Agon was uns erwartet wird wieder in dem selben altmodischen Setting stattfinden, könntest du den nostalgischen Aspekt nocheinmal näher beschreiben, für die neuen Teilnehmer und Zuschauer die dann später im Juli dabei sein werden?


Kunai Kazekun: Lustigerweise kann das durchaus passieren. Wir suchen aktuell noch einen Streamer, waren aber bis jetzt nicht fündig. Falls das ein interessierter Streamer liest, melde dich bei Interesse!

Jedenfalls denke ich, dass viele Leute den nostalgischen Wert gar nicht erfassen oder richtig verstehen können. Viele Spieler haben auf unserem Turnier den ersten Schritt Richtung Offline gemacht und den Spielern ist ihre erste AGON noch gut in Erinnerung geblieben. Ich persönlich lege wert darauf, dass die Neulinge gut in die Szene eingebunden werden, sprich ich bring die Spieler mit denjenigen Leuten zusammen, bei dem ich mir denke, dass die gut miteinander agieren werden.

Meiner Meinung nach gibt es nicht schlimmeres, als irgendwo aufzutauchen und sich komplett 'out of position' zu finden. Deswegen legen die Leute von SmashGround (mein Team) darauf wert, dass diese Leute gezielt angesprochen und eingebunden werden. Im Hinblick auf die Location hat sich nur die technische (aka Beamer, Soundanlage) Seite verbessert. Die Räumlichkeiten und die Location selber sehen nicht mehr besonders aus oder können bei Neulingen kaum punkten. Bei uns geht es auch sehr familiär zu und das ist einer der Punkte, die hoch geschätzt werden. Da wir aber seit 10 Jahren dort Turniere hosten und viele schon fast genauso lange dabei sind, hat sich natürlich ein nostalgischer Wert gebildet.

Die Location wird allerdings nach dem letzten AGON für ein Jahr geschlossen, da diese das erste Mal komplett renoviert wird. Nach zirka einem Jahr werden wir dort dann weiter machen, wo wir aufgehört haben. Dann mit ein paar Extras und einem komplett renovierten Jugendhaus auf das die Spieler sich durchaus freuen dürfen.

Dieses AGON soll für mich, aber auch für viele andere nochmal ein Abschied an eine Zeit sein, bei der wir alle kompetitiv begonnen haben. Zum Abschied möchte ich die Spieler die Lust haben noch zu einer Art Ritual einladen. Wir hatten damals immer im kleinen Kreis aus Spielern nach dem Turnier beim Chinesen All-You-Can-Eat gegessen und die Atmosphäre war immer echt schön. Da ich die Befürchtung hatte, dass es für viele zu teuer werden könnte, hatte ich mir überlegt, dass ich für jeden Spieler der mitkommt 6,50 € Ermäßigung aufs Buffet gebe, um wenigstens einen Anreiz zu schaffen, nochmal einen guten traditionellen Abschied nach dem Turnier zu haben.


Courajen:
Wenn man sich wie zuhause fühlt, läuft auch gleich alles viel besser! Abschließend bleibt noch eine Frage: Wird es eine neue Serie geben oder werden die AGON Series weitergeführt?


Kunai Kazekun: Ich hatte mir echt viele Gedanken darüber gemacht. Letztendes hatte ich mich dazu entschlossen, dass die AGON nur dann AGON heißen darf, wenn sie bestimmte Kriterien erfüllt. Sprich es muss eine lockere Atmosphäre sein und darf nicht einem sterilen unpersönlichen Ablauf folgen. Wichtig ist mir die Community und das die Community untereinander genug Zeit hat miteinander zu agieren. Sollte es also eine neue Turnierserie geben, so wird diese sehr wahrscheinlich unter einem anderen Namen laufen. Einen Namen hätte ich auch schon parat, allerdings werde ich erstmal warten, ob ich/wir Angebote bekommen Turnierserien zu begleiten oder nicht. Hardware können wir stellen und ich muss natürlich sehen, was jetzt in meinem persönlichen Umfeld passiert. Ich bin sozusagen für alles offen und suche auch immer wieder neue Herausforderungen.
Kleinere Treffen im Bereich 20 - 40 Leute werden aber weiterhin geplant, auch dafür habe ich schon das ein oder andere in Aussicht.

Sollte das Jugendhaus in Neuss wieder öffnen, so werden wir wieder wie übliche AGONs dort organisieren. Ich bin auf jeden Fall gespannt, was die Zukunft bringen wird.


Courajen: Sehr detailreich und einige Leser werden das ein oder andere bestimmt noch nicht gewusst haben.

Danke für das Interview und danke an die Leser, die bis zum Ende durchgelesen haben !

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