Ein kleiner Guide zum besser werden

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  • Vorwort
    In diesem Guide wirst du viele Anglizismen, Fachwörter und Themen finden, die für einen Anfänger zwar interessant sein könnten, jedoch für erfahrenere Spieler angedacht ist. Ich setze hier voraus, dass die Basics des Spieles für einen jeden "Super Smash Bros Ultimate" Spieler weitgehend bekannt sind und man sich in der competitive Szene ein wenig auskennt. Zudem habe ich kein Problem mit dem Teilen des Dokumentes, solang ich darüber informiert werde, da es so als Werbung für mein Programm "Abyss" mitwirken kann. Dort versuche ich mein Bestes, gemeinsam mit Spielern, das volle Potenzial auszufalten und Deutschland zum Status einer großen Herausforderung in einem jeden Smash Turnier zu verhelfen. Ich bedanke mich bei dir für das Lesen. Solltest du fragen haben, dann bin ich erreichbar unter @ThisRidil auf Twitter oder im Smashgermany und Smashlabs Discord, sofern du nach mir fragst.


    Kapitel 0: Was spiele ich hier eigentlich?

    Smash wird oft von Leuten als Partygame bezeichnet und nicht ernst genommen. Klar, das kann man so stehen lassen, das es zum Teil stimmt, aber das Regelwerk und die Herangehensweise an das Spiel von uns, der competitive Szene, macht Smash zu einem ernst zu nehmenden Fighting Game. Lasse dich nicht in deinem Glauben beirren, dass du ein waschechtes Fighting Game spielst, auch wenn dir viele Leute, speziell von anderen Spielreihen, sagen werden, dass Smash für sie nicht wie ein echtes Fighting Game wirkt. Verlierst du den Glauben an das Spiel, so kann es dazu führen, dass du schnell die Motivation verlierst, wo wir auch schon beim nächsten Kapitel sind.


    Kapitel 1: Was brauche ich um besser zu werden?

    Es gibt verschiedene Gründe um in Smash besser sein zu wollen. Man war im Freundeskreis der Beste und wollte sich auf nationaler Ebene messen, international messen, man wollte der Welt zeigen, was man drauf hat, vielleicht ist es auch eine der wenigen Dinge, die man extrem gut im Leben kann. Das einzig Konsistente, was man hat und was man gerne tut. Es gibt unendlich viele gute Gründe, die einen jeden motivieren. Aber Motivation reicht wie gesagt nicht aus, da man in Smash so schnell an seine Grenzen stößt. Grenzen sind gefährlich für die Motivation. Du spielst immer wieder gegen diese eine Person auf einem Turnier und verlierst jedes Mal, aber verstehst nicht wieso. Du kannst diesen laggy Spieler online nicht besiegen und es zerrt an dir, eigentlich bist du doch besser. Dein Kollege, der nur feiern geht und nicht richtig übt besiegt dich, obwohl du so viel Zeit investiert hast. Hier fängt der wichtigste Aspekt in Smash an: Sich Hilfe suchen. Wie du dir genau Hilfe suchen kannst, erkläre ich im nächsten Kapitel.

    Wir brauchen also Motivation, die wir auch weiter brennen lassen möchten und Hilfe, die uns von anderen Spielern ermöglicht wird.


    Kapitel 2: Wie und wieso suche ich mir am ehesten Hilfe?

    Deine Sicht auf das Spiel ist NIE identisch mit der eines Anderen. Du verstehst das Spiel, allein durch deine Charakterwahl, deine Präferenzen im Spiel, deine Präferenzen an Stages, durch deine Gewohnheiten und Fehler, durch all das und noch mehr immer anders als der Rest. Dies soll aber nicht heißen, dass du für immer deine Sicht behältst. Du hattest in der Schule ebenso Themen, die du zunächst nicht verstanden hast, andere Schüler dafür schon und genau das ist der Punkt. Wir lernen alle immer mehr über das Spiel, aber alleine etwas, was keiner wirklich im Ganzen jemals verstehen kann zu erlernen ist, als würde man sich selbst Flugzeug fliegen beibringen wollen. Erweitere deine Sicht auf das Spiel, indem du andere Spieler um Rat bittest und ihren Rat nicht nur annimmst, sondern hinterfragst. Wieso hat diese Person genau das zu mir gesagt? Stimmt das wirklich? Was kann ich mit diesem Rat beginnen?

    Eine andere Art sich Hilfe zu suchen ist das intelligente Kopieren guter Spieler. Das Wort "intelligent" ist hierbei besonders wichtig. Blind einem Spieler nachzuspielen ist in Smash niemals möglich. Das liegt daran, dass man selten die genauen identischen Situationen hat oder der Gegner ein wenig mehr über das Spiel versteht als man selbst und deshalb auch weiß, was man vor hat, bevor man es selbst weiß. Was man hier kopieren möchte sind lediglich Möglichkeiten, die der eigene Charakter, bzw. allgemeine Möglichkeiten (Beispiel Tomahawk) hat und die einen aus bisher unbekannten Situationen retten. Smash hat sehr viel mit Wissen zu tun und wie man mit seinem Wissen auf entstehende Situationen reagiert ist entscheidend, ob man letztlich gewinnt oder verliert.

    Die dritte, und meiner Meinung nach, die letzte Art der Hilfe, die man erhalten kann, ist das Analysieren des eigenen Gameplays, auch durch andere Spieler. Dies ist etwas, was die Wenigsten tun, aber dies ist auch meist der Schritt zum nächst besten Ergebnis. Man könnte dies auch zur direkten Art hinzufügen, jedoch ist die Analyse des Gameplays nicht etwas, wonach man eben mal fragen kann, sondern eher ein Service, um den man beinahe schon betteln muss. Hier kann dir jemand an genauen Situationen sagen, was du falsch machst und wieso. Oft entstehen hier auch kleine Denkanstöße, was man anders machen könnte in bestimmten Situationen und so entwickelt man automatisch Mixups. Es muss jedoch nicht zwingend jemand für dich dein Gameplay analysieren. Oft hilft es, wenn du es dir selbst anschaust. Wie man Gameplay analysiert, das erkläre ich in einem späteren Kapitel.

    Es gibt somit 3 Arten von Hilfe:

    1. Die direkte Hilfe

    2. Das Analysieren des fremden Gameplays

    3. Das Analysieren des eigenen Gameplays (auch durch Andere)


    Kapitel 3: Die Motivation, unsere größte Schwäche.

    Du hast schon von einigen Gefahren gelesen, die kompetitiv tödlich sein könnten und den Verlust unserer Motivation bedeuten. Wie man dagegen ankämpft, das möchte ich dir gerne hier erklären.

    Zunächst: Wenn du grindest, dann ist eine Niederlage für dein Wachstum in 90% der Fälle besser als ein Sieg. Du hast jemanden, der dir deine Niederlage direkt begründen kann und was er gegen dich genutzt hat, die Frage ist nur, ob du deinen Gegenüber fragst, was du falsch machst.

    Wichtig ist hier beim Grind vor allem, sich nicht ernsthaft über bestimmte Attacken oder Charaktere aufzuregen. Ob man sich über etwas aufregt, das hängt komplett von dir ab. Du trägst die Entscheidung, wie viel Bedeutung es in deinem Leben hat. Macht dich ein einzelner Move wirklich so wütend, dass du nicht aufhören kannst drüber nachzudenken wie gut der Move ist, dann passiert es schnell, dass du tiltest. Der Tilt ist meist das, was die meisten Leute als tote Motivation beschreiben, wodurch auch ihr Gameplay leidet und sie lediglich auf Autopilot spielen. Tilts können auch durch wiederholte Niederlagen oder schlichtweg menschliches Versagen, viele Missinputs oder Ähnliches, verursacht werden. Solltest du dich oft als getiltet wiederfinden, dann ist es wichtig, dass du das nächste Kapitel vorsichtig und aufmerksam liest.

    Du kannst, seltsamer Weise, deine Motivation auch behalten, indem du mal nicht spielst. Wenn dir das Spiel wirklich gefällt, dann wirst du es irgendwann vermissen und kannst so über fehlende Motivation hinauswachsen, ohne wirklich was dafür zu tun. Dies ist vor allem wirksam nach Tagen, an denen du im Tilt Modus warst.

    Der letzte Motivationskiller ist fehlende Herausforderung. Hier findest du dich wieder, wenn du ein wenig stärker als der Durchschnitt bist und nur noch gegen gute Spieler spielen möchtest. Versuch genau dies zu tun: Sammel dir eine Gruppe starker Spieler zusammen oder potenziellen Gefahren, die mal gute Spieler werden, trainiere sie und entwickel dich mit ihnen gemeinsam weiter. Ohne andere Spieler stagnierst du lediglich.


    Kapitel 4: Tilten

    Der Tilt ist etwas, worum du dich umgehend kümmern solltest.

    Sollte es nicht allzu schlimm sein, so hilft manchmal eine Pause von Smash und du bist wieder mit frischer Motivation am Controller und wirst ein Stück besser.

    Es gibt auch Tage, da ist der Tilt so schlimm, dass man am liebsten seinen Controller an die Wand werfen würde. An Tagen wie diesen ist es meist besser, das Spielen erstmal sein zu lassen und sich dem echten Leben zu widmen. Ein freier und kühler Kopf ist oft ein kreativer Kopf und Kreativität ist nötig um in Smash zu gewinnen.

    Dann gibt es noch die dritte Art vom Tilt: Der Charaktertilt. Leute, die sehr oft ihren Main wechseln, erleben etwas, gerne in Turniersituationen und da spreche ich aus Erfahrung, dass sie nicht mehr an ihren Charakter glauben lässt. Hier kann man sich an neuen Charakteren probieren und überlegen, was einem gefällt und was einem fehlt. So findet man gerne mal seine Liebe zum Main wieder oder vielleicht einen neuen Second oder sogar Main! Seinen Main zu wechseln ist nicht so schlimm wie viele immer sagen und ist manchmal sogar förderlich, da man neue Aspekte des Spiels kennen lernt, die man vorher gar nicht bedacht hat.

    Letztlich ist da etwas, was wichtiger ist als jegliche Art von Tilt, die mit dem Spiel zu tun hat. Der Real Life Tilt. Wenn dir etwas im echten Leben große Sorgen macht, beispielsweise eine große Klausur, Geldprobleme oder Schwierigkeiten mit Freunden oder in der Beziehung, so kannst du dich gerne mal nicht richtig konzentrieren und schaffst es einfach nicht in deine Zone zu kommen. Die Gedanken, die eigentlich dem Spiel gewidmet werden wollen, können schlichtweg nicht geordnet werden und während des Spiels denkst du doch an dein Problem und schaltest auf Autopilot ohne es zu wissen. Man kann natürlich seinen Autopilot optimieren, aber über Mittelklasse hinaus kommt man damit oft nicht. Deshalb ist es wichtig, dass du ein Turnier nur besuchst, wenn du dich dabei auch wohl fühlst.


    Kapitel 5: Wie analysiere ich Gameplay?

    Es ist extrem wichtig, dass du unter Gameplay nicht nur die Highlight Videos auf YouTube verstehst. Das Gameplay besteht vor allem aus dem Neutral, was die Leute draus machen ist sehr situationsabhängig und passiert eher aus dem eigenen Flow heraus und weniger aus jeder Menge Planung.

    Beim Gameplay im Neutral ist es wichtig zunächst das Movement eines jeden zu analysieren. Hier kannst du dir Fragen stellen wie:

    Bewegt sich mein Gegner viel oder wenig?

    Läuft er eher zu mir oder weg von mir?

    Dash Danced er mit Sinn und Verstand?

    Benutzt er viele Sprünge? Wenn ja, sind es Short Hops oder Full Hops? Vielleicht sogar Double Jumps?

    Bleibt mein Gegner auf der Plattform oder versucht er Center Stage zu gewinnen?


    > Jede diese Fragen gibt dir einen Hinweis auf den Spielstil deines Gegners. Bewegt sich dein Gegner eher wenig, so ist es bei niedrigerem Level oft der Fall, dass er dich gerade mehr beobachtet als sich oder eher defensiv spielt. Wohin er läuft gibt Aussicht darauf, ob er eher aggressive oder defensive Optionen nutzt. Dash Danced er nur und das obwohl es in dem Moment gefährlich ist, so kann man davon ausgehen, dass die Person gerne Knöpfe drückt und mehr baiten als normaler Weise, da Knöpfe drücken oft mit aggressiverem Gameplay eingeordnet werden kann. Versuche aus Analysen hinaus, allein am Movement, das Gameplay, nicht nur von Toplevel Spielern, sondern vielleicht auch Mid oder Low Level Spielern, zu verstehen und nutze das Gelernte, um es auf deinen nächsten Gegner anzuwenden. Durch Verständnis vieler Spieler erhältst du das Verständnis über einzelne Spieler.


    Als nächstes gibt es die Situation nach dem reinen Movement: Welche Option nutzt mein Gegner?

    Es gibt Spieler, die zunächst einen Grab wollen um eine große Combo oder Stage Control zu erhalten, was dein Gegner priorisiert wird dir auch oft seine Stärken mit seinem Charakter aufweisen und gibt dir ein Indiz für dein Counterplay. Beispielsweise kann ein Link dich grabben und mit einem Front Throw von der Stage hauen, um in Ruhe mit seiner Bombe Stage Control zu erhalten. Für dich heißt das, dass du bei einem Treffer gegen Link direkt richtig rein hauen und dein Combopotenzial entfalten darfst oder ihm seine Stage Control weg nimmst, sodass er Panikoptionen verwendet.

    Wichtig ist hier nicht nur welche Option dein Gegner verwendet, sondern das Wieso. Warum genau dieser Move in diesem Moment? Was hat der Move im Spiel selbst bewirkt? Besitzt er mehr von der Stage? Weniger? War es ein Fehler? Weshalb war es gut oder schlecht? Es gibt viele Fragen, die sich bei einer genutzten Option erweisen und man sollte eine Analyse sorgfältig und langsam durchgehen und sich Notizen machen wieso Spieler tun, was sie tun.


    Kapitel 6: Wie mache ich das Ganze ingame?

    Smash ist ein sehr komplexes Spiel. Baiten, aggressives Gameplay, defensives Gameplay, campen, punishen. Es gibt viele Arten das Spiel per se zu beschreiben, aber komplex trifft es doch am besten, vor allem wenn man mittendrin ist. Es ist als ob man Schach spielt und dein Gegner durchgehend seine Figuren bewegt, ohne Rücksicht auf die eigentlichen Regeln zu nehmen.

    Das Wichtigste zum Analysieren ingame ist vielleicht simpel gesagt, aber trotzdem tun es viele nicht. Behalte deinen Gegner immer im Auge.

    Es klingt stumpf, ja, aber der Großteil der Spieler tut das nicht. Oder jedenfalls nur in einigen Situationen. Wenn du deinen Gegner beobachtest, so kannst du Schlüsse über ihn ziehen. Beispiel: Ich hab ihn getroffen -> Wie reagiert er?

    a) Er kontert mit einer Attacke oder nutzt seinen Konter

    b) Er springt weg

    c) Er weicht aus

    d) Charakterspezifisch unterteilt in offensiv/defensiv

    Anhand all der kleinen Interaktionen, die wir mit unserem Gegner haben, können wir mehr über ihn lernen, wir müssen ihn nur im Auge behalten.

    Um deinen Gegner im Auge behalten zu können, ist es zunächst wichtig, dass du dich selbst nicht mehr viel anschauen musst. Dieses Problem sieht man bei Leuten, die neuen Techskill frisch lernen. Sie können Attack Canceln, als hätten sie noch nie was Anderes getan, verlieren aber gegen Midlevel Spieler, weil sie auf sich schauen mussten und alles um sie herum unbekannt war. Solche Spieler werden auch oft "überraschend" von Projektilen getroffen oder gerne mal gegimpt. Spieler, die nur sich anschauen, nenne ich auch gerne Lupenspieler. Sie sehen nur die Lupe selbst und werfen Attacken in Blickrichtung des Gegners, aber ohne zu schauen, wie der Gegner darauf reagiert. Diese Art des Spiels lohnt oft nur, wenn man schnell genug reagieren kann und die Gegner auch nicht allzu stark spielen.

    Außer Lupenspieler gibt es noch Flowchartspieler. Dies sind oft Leute, die so dermaßen an ihren Habits hängen, dass sie immer die gleiche Option nach einer anderen Option nutzen. Bei solchen Spielern kannst du mit Geduld ran und ihre nächste schlechte Option punishen, denn keine Option ist immer gut, wenn sie immer wieder benutzt wird.

    Lerne also so viel es geht über deinen Gegner und lerne auch, wieso die Optionen, die er nutzt, allgemein oder von diesem Charakter spezifisch gerne genutzt werden. Solltest du es bei dem Charakter an sich verstanden haben, wieso die Belmonts beispielsweise Projektile raus werfen und wieso das wahllos daneben gehen kann, so hast du was über das Matchup gelernt. Lernst du alle Matchups in- und auswendig, so bist du allein durch dein Wissen auf so viele Situationen vorbereitet, dass du kaum mehr aufzuhalten bist, außer von dir selbst.


    Kapitel 7: Habits

    Da wir beim Thema von Charakteren sind, können wir auch zu etwas gehen, was nicht nur die Stärken, sondern die Schwächen deiner Gegner beschreibt. Die Habits sind etwas, was jeder hat. Irgendwann werden aus Habits Präferenzen, bis man eben dem Ganzen neutral gegenüber steht und für andere "random" spielt, obwohl man lediglich keine Präferenz hat und das nutzt, was in dem Moment auf deinen Gegner passt. Neutral zu spielen, ohne Präferenz, ist das Ziel eines Midlevel Spielers und etwas, was wir lernen wollen.

    Hier unterteile ich gerne unter 3 Arten von Habits.

    Offensive Habits

    Dies sind Habits wie beispielsweise immer mit einer Attacke landen, immer das identische Spacing haben, immer der Versuch für die gleiche Combo zu gehen oder eben nach Flowchart spielen und versuchen irgendwie nochmal aufs Schild zu hauen, obwohl es sinnlos ist und zum Punish führt.

    Defensive Habits

    Defensiv sind Sachen wie Schildnutzung, wann und wieso wird das Schild immer wieder genutzt, kann mein Gegner überhaupt parrieren, wann dodged mein Gegner, wie ist sein Getup Verhalten, wie recovered er oft sofern er Offstage ist und wie reagiert er wenn er getroffen wird.

    Charakter Habits

    Es gibt noch charakterspezifische Habits, die extrem oft genutzt werden, weil die Option für den Charakter allgemein gut ist, aber in dem Moment eben dem Charakter nichts bringt und man sie lediglich aus Gewohnheit nutzt. Beispiel dafür sind die Incineroar Spieler, die ,sobald sie einen Stack Revenge haben, einfach nur noch Side B drücken, ohne Sinn und Verstand, weil es ja so oft geklappt hat.


    Ein wichtigen Satz, den man sich in Smash immer merken kann ist aufgrund dieser Habits: Die beste Option ist nicht immer die beste Option. Denkt man ein wenig länger über diesen Satz nach, so merkt man, wie schlecht Habits sein können, da sie gelesen werden könnten und somit aufgrund des Counterplays des Gegners sogar die schlechteste Option werden können.


    Kapitel 8: Adaption

    Wir haben jetzt die Analyse des Gegners verstanden und wissen ungefähr, wieso er tut was er tut. Was fangen wir mit diesem Wissen an?

    Die Antwort ist: Wir nutzen es um Counterplay zu entwickeln. Es gibt eindeutige Fälle, anhand deren man direkt weiß was zu tun ist um die Oberhand zu gewinnen. So nutzt man gegen einen Captain Falcon der nur Falcon Kick spammt einfach sein Schild und haut ihn danach weg oder benutzt größere Hitboxen um einen Down B spammenden Yoshi für seine Fehler zu punishen. Dies ist die einfache Art von Counterplay.

    Es gibt natürlich auch Counterplay, dass etwas komplizierter ist. Beispiel ist hier, wie dein Gegner auf bestimmte Attacken reagiert, so kannst du Attacken, auf die er nicht klar kommt, öfter benutzen, sodass er sich selbst überlegen muss wie er um die Attacke herum spielt, ohne allzu viel von seinem guten Gameplay zu verlieren. Auf Toplevel wird sogar ein random gesetzter Front Smash gefährlich, weil man sehr viel aneinander adaptiert. Adaption kann aber durch Mixups gerne mal umgangen werden und ein gutes Mixup kann bereits das Counterplay gegen die Adaption deines Gegners sein.

    Allgemein gilt hier: Adaptieren muss nur derjenige, der in einer Situation im Nachteil ist.

    Das bedeutet, solltest du eine Situation in 99 von 100 Fällen mit dem gleichen Move gewinnen, so hängt es nicht von dir ab dir etwas Neues zu überlegen. Lass deinen Gegner Counterplay finden und entwickel dann deine eigene Taktik gegen ihn.

    Manchmal reicht die Adaption nicht und man hat Situationen, in denen einem einfach die Tools fehlen. In dem Falle wechselt man den Charakter.


    Kapitel 9: Charaktere im Turnier

    Solltest du im Turnier sitzen und nicht wissen, wie du um deinen Gegner mit deinem momentanen Kit herumspielen sollst, dann ist ein Charakterwechsel oft gefragt.

    Hierbei darfst du nicht nur dran denken, was du für Vorteile daraus ziehst, sondern auch die Nachteile beachten. Beispielsweise könnte es Situationen geben, in denen dein momentanes Kit dich gar nicht vor ein Problem gestellt hat, weil dein Charakter beispielsweise schnell genug war, um problemlos zu entkommen.

    Wechselst du den Charakter, so ist es wichtig, sich Zeit zu nehmen und zu überlegen, wie du dein Counterplay vollführen möchtest. Nutze ruhig die Zeit im Set selbst um zu überlegen, da dein Gegner vor eine für ihn unbekannte Situation gestellt wird und du bereits Pläne schmieden kannst.

    Ein Charakterwechsel ist oft nichts Schlechtes, sofern du ihn denn auch trainierst.


    Kapitel 10: Wie trainiere ich einen Charakter möglichst effizient?

    Step by Step. Dein Neutral wird sich zwar auf jeden Charakter im Spiel auswirken, aber einen Charakter zu meistern bedarf immer mehr als bloßes Smash Können. Schau dir zunächst Guides an und lerne anhand dessen, was das Ziel deines Charakters ist und wie du zu diesem Ziel gelangst. Was für Kill Setups gibt es? Welche Combos sind effektiv und auch brauchbar im Spiel und nicht reine Trainingsmodus Combos?

    Während du den Charakter spielst sollst du dich auch mächtig fühlen. Fühlt sich dein Charakter nicht stark an, so kann ein Wechsel zu einem, deiner Meinung nach, starken Charakter mehr bringen, als sich mit dem momentanen Wunschcharakter auseinander zu setzen.

    Spiele einige Spiele, vielleichte mit random Leuten online oder du suchst in einem Discord, sodass du dich danach mit Gegnern unterhalten kannst. Eventuell spielst du auch auf deinem Charakterdiscord das nächste Matchup und lernst so einige Leute kennen. Schnell beginnst du dann zu begreifen, dass man gemeinsam Matchups diskutieren kann und gemeinsam Counterplay nicht nur gegen Spieler entwickeln kann, sondern gegen ganze Charaktere. Solltest du so weit sein, dass du gerne andere Spieler deines Charakters analysierst und mit gutem Rat bei Matchup Diskussionen zur Seite stehst, dann bist du auch bald in der Lage, das volle Potenzial deines Charakters zu entfalten.

    Natürlich bleibt es hier wichtig, dass du auch das ein oder andere labbst, damit du verstehst wie die einzelnen Moves funktionieren und du kannst dir überlegen, was man mit den Moves anfangen könnte oder wozu sie gut zu gebrauchen sind.


    Bonuskapitel: Die Zone

    "Er befindet sich gerade in der Zone" ist etwas, was jeder schon in der ein oder anderen Art von den Kommentatoren bei einem Turnier gehört hat.

    Die Zone ist kein Ort, sondern ein Zustand, in dem sich ein Spieler befindet, wo er das Spiel erbarmungslos kontrolliert und die wahnsinnigsten Combos entwickelt.

    Zur Zone selbst kann ich leider nicht viel sagen. Meine erreiche ich oft durch blinde Konzentration auf die Geschehnisse im Spiel und merke erst danach, wie verrückt manche Spielzüge meinerseits eigentlich waren. Wie du die Zone erreichst, das lernst du mit der Zeit für dich.

    Manche Spieler schaffen dies durch bestimmte Sitzpositionen, Musik in den Ohren (Bestimmte Lieder sogar), kurzes Meditieren vor einem Set oder teils Rauschmitteln, wovon ich aber dringendst abrate, da man so eine Abhängigkeit im Zusammenhang zum Spiel entwickelt.


    Schlusswort

    Ich bedanke mich sehr, dass du dir die Zeit genommen hast, so viele meiner Notizen gelesen zu haben. Solltest du noch Vorschläge, Änderungen oder Fragen haben, so frag mich doch einfach und wir können gemeinsam daran arbeiten, dass hieraus ein sehr starker Guide für alle deutschen Spieler wird.

  • Zum Teil mit den Analysieren:

    - Ich finde es ja Ansich gut, dass du das was du beschrieben hast sehr Detailliert beschrieben hast. Nur ist das halt nur eine Form sachen zu Analysieren und du hast drinne nicht wirklich erwähnt, dass es mehrere Methoden gibt Sachen zu Analysieren und das man da ggf. Rumexperimentieren sollte um für sich den besten weg zu finden, da ich z.B ein Match anders Analysiere, wenns darum geht das MU zu lernen anders als wenn ich ein Match gegen ein Spieler hab, wo es darum geht mein Decisionmaking genauer unter die Lupe zu nehmen.


    Und den Teil mit dem Lupenspieler, dass ist auch wieder eine sehr subjektive Ansicht und z.T., meiner Meinung nach, auch nicht ausreichend Erläutert worden. Z.B gibt es viele die weder auf sich oder auf den Gegner schauen, sondern viel mehr auf den zwischenraum, sowas kann halt oft hilfreich sein in Matchups, wo Footsies sehr helfen können oder generell im Neutral, da ist es aber Persöhnliche Präferenz, was ich Persöhnlich da sehr gut finde ist wenn man seine Sichtweise, je nach Situationen ändert.

    Und generell finde ich persönlich die Methode als Lupenspieler, garnicht mal sooo schlecht, da man sich durch das konzentrieren auf den eigenen Spielstil, viel mehr auf Mixups Konzentrieren kann, die mit der Zeit den Autopilot verfeinern können oder man nutzt die "Lupenspielermethode" um sich habbits abzutrainieren.


    Der nächste Punkt bezüglich habbits ist jetzt eher einer meiner Persönlichen Präferenz, aber ich denke es ist trotzdem worth zu nennen, was ein Grund ist weshalb man habbits eher als eine Art hilfe sehen sollte und als wichtiges Tool, anstatt als etwas schlechtes (jeder Spieler hat habbits, nur verändern diese sich oft durch den Adapting Prozess, die Aufgaube eines guten Spieler liegt hierbei diese Habbits zu finden oder sie durch conditioning hervorzuheben, das ist aber nochmal ein komplett eigenes Thema, und im passenden Moment zu bestrafen. Wenn es z.B spezielle Optionen gibt die ich in meinen Playstile implemeniteren will versuche ich sie mir bewusst erstmal als habbit einzubauen und overuse oft die Optionen z.B wavedashes, parries und wavelands, bis zu nem Punkt wo ich es unterbewusst mache. Ab den Punkt versuche ich das habbit wieder zu dem Punkt abzutrainieren, dass ich die Optionen nur zu einem gewissen Punkt Nutze wo sie meinen Playstile wirklich pushen.


    Abseits von den eben genannten Punkten finde ich den Guide sehr gut und werde ihn aufjedenfall an aufsteigende Berliner Spieler weiterleiten :P

  • Netter Guide.


    Ich hoffe mal das das was ich mach in Ordnung ist...

    Ich suche jemanden der bereit ist eventuell öfters mal mit mir zu üben.

    Letztens war jemand so nett um mir einige meiner größten Schwächen zu nennen jedoch ist schwer für mich alleine daran zu arbeiten und ich denke es wäre besser für mich, wenn ich jemanden hätte mit dem ich relativ regelmäßig üben könnte.


    Und warum ich sowas hier frage...

    Ich hab keine Ahnung wo sonst...

    Ich komme mit der Seite noch nicht so gut klar >_>

  • Ein Kumpel hat mir mal einen guten Tipp für das Mindgame gegeben.


    Bei Fighting games sollte man sich vorstellen das man mit seinem Gegner wirklich im Ring steht und wie es beim Boxen ist wird erst das Neutral gespielt bevor man anfängt Angriffe auf den Gegner auszuüben. Wenn die Combo fertig ist lässt man den Gegner wieder machen, so wie beim Tanzen beide haben ihre Momente wo sie aktiv werden.


    Hoffe das ich es verständlich und gut weitergeben konnte.