Dein Mindset - wie Niederlagen weniger weh tun - Rotstiftdenken abschaffen

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  • Du hast mir die Augen geöffnet xD
    Das Problem is aber die Leute die sich Übels fühlen wenn du zB SDs´s.
    Und dann meinen so ahaha yo ez win yo du verlierst mit einem Main aha ezzzzz
    Ich kann darüber nur noch lachen xD

  • Sry für die mega verspätete Antwort Jan, bin erst jetzt wieder an einem PC.



    Erstmal Danke für das Lob, das gilt übrigens an alle die bisher hier rein gepostet haben. Es freut mich mega so eine positive Resonanz zu bekommen und andere bei Ihrem Werdegang unterstützen zu können.



    Und jetzt zu deiner Frage ob du dieser Person helfen kannst oder es besser lassen solltest.


    Selbst die gedanklich ruhigsten Smasher können ihre Tiefs haben, davor ist kein Mensch sicher (behaupte ich jetzt einfach mal).
    Mir fallen spontan 2 Gründe ein, weshalb die Person in diesem Moment "pampig" wurde:


    -sein Ego ist in dem Moment angegriffen und will jetzt nicht noch irgendwelche halbherzigen / mitleidigen Tipps von jemanden, der nicht so gut ist wie er selbst, erhalten.
    (so eine Person ist dann allerdings doch nicht so mental stark wie sie zu sein scheint)


    -er braucht vorerst seine Ruhe, weil er auch nur ein Mensch ist und unterschiedlich schnell Geschehnisse verarbeitet.
    Ein makaberes, übertriebenes Beispiel:
    Du kannst dir auch nicht direkt nach dem Tod einer dir nahe stehenden Person von jemanden sagen lassen: "hey, geschehen ist geschehen, das Leben geht weiter, Trauern bringt nichts!"
    Dieser Tipp mag inhaltlich korrekt zu sein, ist allerdings in diesem Moment dezent unangebracht, weil noch zu viel Schmerz da ist, der zu verarbeiten gilt :')



    Wenn diese Ruhe vorbei ist und er immer noch nicht offen für Tipps ist, ist es entweder nach wie vor ein Ego-Problem oder er will es nicht wahrhaben, dass er zu wenig Effort in das Spiel investiert um die Ziele, die er sich angeblich gesetzt hat, zu erreichen.

  • Anfürsich gebe ich dir hier 100% recht aber für mich gibt es noch einen 3. Grund.
    Die Person weiß selber wo ihre Fehler liegen und was sie tun muss um sich zu verbessern aber bekommt trotzdem immer gesagt was sie in der Situation tun soll. Kp ob dies hier der Fall ist aber ich denke jeder kennt es das es sehr Nerven kann ständig etwas gesagt zu bekommen was man selber weiß.


    Oder was theoretisch auch sein kann.. die Person will grundsätzlich keine Hilfe und es aus eigner Kraft schaffen. Klar ist dies auch irgendwie ein Egoproblem und oft steht man sich selber mit der Einstellung im Weg aber andere sollten auch akzeptieren können dass man diesen Weg gehen möchte.

  • Es gibt wircklich sehr unterschiedliche Menschen...
    Es gibt welche , die kennen ihre Fehler und versuchen ihre Defizite zu füllen.


    Dann gibt es widerum Leute die oft verkacken aber einfach nicht wissen wo ihre Fehler liegen.
    Und in dem Falle ist es schon mal nützlich
    wenn dir Leute oder selbst dein Gegner sagt was du falsch machst....
    Es ist immer eine Frage der Person selbst ,wie sie diese Tipps interpretiert.
    Die einen fühlen sich vlt. bedrängt und haben das Gefühl der Gegner will sie trollen,
    die anderen hingegen nutzen das als einen Vorteil ..


    Niederlagen kann man ebenso aus verschiedenen Perspektiven betrachten


    1. Man kann nach einem loss sagen, ach das ganze Training zuhause hat doch garnichts gebracht und seinen Controller wegwerfen


    Oder man wendet das Blatt einfach
    Jemand der verliert kann etwas neues dazu gewinnen
    Die ganzen Lücken die man hatte verschwinden vielleicht nach und nach ...


    Tja und mein Karatetrainer sagt immer
    Nehmt euer Ego zurück und arbeitet an euch selbst
    Ihr müsst nicht extra zeigen wieviel ihr drauf habt...

  • Es gibt ja zwei Arten von Niederlagen. Die Niederlage im Friendly und die Niederlage im Turnier.


    Ersteres sollte nie ein Problem sein, sondern eher Anspornen. So läuft es zumindest bei mir. Ich kann im Friendly nahezu ständig verlieren, aber fühle mich dadurch nur mehr motiviert und will dann immer weiter spielen.


    Die Niederlage im Turnier ist insofern für mich (und sicherlich für andere auch) für das Mindset nicht gut, da man im der Situation, wo es darauf ankam, nicht gewonnen hat und damit weiterkommt. Oft reicht es mir ja schon, möglichst viele Spiele im Turnier zu haben.


    Was mein Mindset angreift, ist eher weniger die Niederlage als die Art und Weise, wie das Spiel verläuft. Jank, Camping, SDs usw. sind für mein Mindset eher problematisch als die Niederlage.

  • Was mein Mindset angreift, ist eher weniger die Niederlage als die Art und Weise, wie das Spiel verläuft. Jank, Camping, SDs usw. sind für mein Mindset eher problematisch als die Niederlage.

    Da stimm ich dir gänzlich zu, G-Man. Wenn die Chemie stimmt, macht auch das Verlieren Spaß. Wenn ich weiß, ich konnte alles geben und habe solide gespielt, bin ich auch mit einer Niederlage zufriedener als mit einem Sieg, den ich trotz haufen Fehler errungen habe.
    Deswegen stört es mich, wenn ein Kommentar fällt wii "Bist jetzt nur wegen der Niederlage so mies drauf." oder "Warum freust du dich nicht? Hast doch gewonnen." Da hat wer nicht verstanden, dass es mehr um die Performance geht. Mehr um den Weg und nicht das Ziel, um es poetischer auszudrücken.

  • -es ist KEIN Trost, dem gegenüber zu sagen "gegen den kann man schon mal verlieren" oder "der ist aber auch gut", überlegt doch mal, was diese Aussagen suggerieren :D

    Imo schon. Es ist doch jedem sehr viel unangenehmer, gegen so einen aufstrebenden Luschi wie mich zu verlieren als gegen, naja, dich zum Beispiel.


    Wenn man gerade in einem Bo3 so richtig auf den Sack bekommen hat und sich überrumpelt fühlt, neigt man doch schnell mal dazu, sich zu fragen "War ich grad vollkommen bescheuert oder hat der mich richtig geil gebaited?"
    Und wenn es dann heißt "der ist voll krass, gegen den darf man verlieren", kann man daraus schließen, dass letzteres wahrscheinlicher ist bzw. das auch schon vielen anderen so gegangen ist. Man sieht gegen stark überlegene Gegner zwangsläufig wie ein Idiot aus, da kann es hilfreich sein, zu wissen, dass man für seine Verhältnisse eigentlich ganz ok war.


    Und wenn der Mitspieler es dann tatsächlich so auffasst, wie du es offenbar meinst á la "Findest du wirklich, dass ICH gegen den verlieren darf?", dann war es wahrscheinlich sogar nötig, weil es den Mitspieler möglicherweise mal auf den Teppich zurückholt. Denn wie du ja schon selbst ausgeführt hast, kann es umso härter sein, vom hohen Thron zu stürzen, weil man merkt, dass man auch bei guten Rahmenbedingungen, "ohne Johns", die Erwartungen an sich selbst längst nicht erfüllt.

  • Und wenn es dann heißt "der ist voll krass, gegen den darf man verlieren", kann man daraus schließen, dass letzteres wahrscheinlicher ist bzw. das auch schon vielen anderen so gegangen ist. Man sieht gegen stark überlegene Gegner zwangsläufig wie ein Idiot aus, da kann es hilfreich sein, zu wissen, dass man für seine Verhältnisse eigentlich ganz ok war.

    Sowas...sollte man sich eigentlich nicht vor Augen halten. Wenn du spielen magst, um gut zu werden bzw. gut zu sein und dich gegen die Competition zu behaupten, sind solche Ausflüchte sentimentaler Natur ala "Der ist total der krasse Dude, da war ich für meine Leistung ja noch voll ok dabei" keine gute Lösung.


    Der Gedankengang nach einer Niederlage sollte nicht sein "Der ist voll gut und hat mich einfach outplayed, damn" sondern eher sowas wie "Wieso hat mich dieser Spieler so outplayed? Wieso habe ich Fehler X öfter gemacht und nicht dies angepasst?". Vor, während und nach dem Match ist es völlig irrelevant, gegen wen du gespielt hast und was für Notable Things dein Gegner zu verzeichnen hat. Sein Play im Match analysieren, versuchen sich anzupassen, konzentriert dabei bleiben etcpp.


    Wenn man sich im Kopf bereits mit der Tatsache zufriedengibt, dass man verloren hat bzw verlieren darf, da der andere Spieler generell zu den guten Spielern gehört, gleicht das schon einer Aufgabe. Denn mit diesem Mindset geht (zumindest der typische) Smash-Spieler schon benachteiligt in das nächste Match.


    Zu verlieren ist okay. Kann passieren, nobody is perfect. Es ist aber nicht okay, zu verlieren, nur weil dein Gegner zu den guten Spielern gehört. Für solch einen Gedankengang sollte man sich selbst ohrfeigen und 20 Drillrunden (aka 20 x 24/7) Training einlegen.


    Genauso ist es Murks, sich selbst zu sagen "Joah, das war ja für meine Verhältnisse noch okay". Das sollte eher heißen "Dies, das und jenes war gut, X sowie Y waren bescheiden und Z war beschissen. Merken, verbessern, weitermachen". Der Ansporn, sich zu verbessern und seinen Gegnern eine schwere Zeit zu geben, sollte das Ziel sein und nicht solch weinerliche Selbstbeweihräucherung.


    Das gilt natürlich nur für Spieler, welche das Ziel haben, ihr eigenes Play stehts zu verbessern bzw. soweit es geht auszureizen um sich in der Szene zu behaupten. Für Nebenherspieler just for the Spaß ist dies alles wahrscheinlich eh recht unwichtig.

  • @Licht @Exorion


    Ich würde euch beiden zustimmen.
    Eure Ansichten damit umzugehen nennt man Bedeutungsreframing (einer gleichen Sache einen anderen oder mehrere Werte geben).


    Man kann rauslesen, was euer Antrieb / eure Ziele sind. Je nach dem ist es nachvollziehbar, ob es für euch "ok ist", gegen einen vermeintlich besseren Spieler zu verlieren oder nicht.


    Mögliches Beispiel von Licht
    Klar, bei folgenden Rahmenbedingungen kann man schon sich ruhig sagen, dass es "ok ist", gegen den vermeintlich besseren Spieler z. B. im Bracket knapp zu verlieren:
    -man ist neu dabei
    -man hatte lange keine Fortschritte mehr
    -das Tagesziel war es lediglich aus Pools zu kommen -> Ziel erreicht, alles weitere ist ein Bonus
    -*insert weitere mögliche individuelle Ziele*




    Beispiel von mir
    Ich hatte das oben genannte bei einem 2 Tages Agon Event gegen @Semifer und @Light gehabt. Habe gegen beide knapp onstream verloren, war aber dennoch mega happy. Das liegt daran, dass ich zu dem Zeitpunkt folgende Rahmenbedingungen hatte:
    -bin unvorbereitet zum Turnier gegangen (bin wegen Suis Bday nach NRW gefahren)
    -musste asap nach Hause (bin auch direkt danach zufrieden heimgefahren)
    -mein Ziel war es, vermeintlich besseren die Stirn zu bieten / intense Matches zu haben -> Ziel erreicht -> erfolgreicher Tag für mich


    Beim letzten Agon waren es wiederum andere persönliche Rahmenbedingungen bei mir:
    -vorbereitet zum Turnier
    -Zweifel ob Cloud/Sonic turnierfähig sind -> sticked with Wario -> unzufrieden
    -überraschenderweise ist wohl mein Wario durch das Training mit anderen Chars besser geworden -> zufrieden
    -habe gegen @wusi und @Eddy knapp verloren -> unzufrieden, da ich diesmal nicht die Stirn bieten wollte, sondern gewinnen
    -habe in diesen beiden Sets neue Erkenntnisse über meinen Wario bekommen -> zufrieden
    -Singles Ziel Top 8 nicht erreicht -> unzufrieden
    -Teams Ziel Top 5 erreicht -> zufrieden ( @Safariwisserin und ich gaben eine mega gute Figur ab)


    Es wird daraus ersichtlich, dass auf beiden Turnieren eine ähnliche Performance da war mit dem Unterschied, dass ich einmal es "ok" fand und einmal "nicht ok" -> Bedeutungsreframing




    Um es zusammenzufassen: Exorions "be honest with yourself"-Einstellung kann genauso richtig sein wie Lichts "don't forget to be proud of yourself"-Einstellung. Hängt alles von den selbst gesetzten Zielen ab, aber das wisst ihr ja eh schon.